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Startseite arrow Der Römerbrunnen 04.September 2010  
 
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Um das Kastell Asciburgium, das 5 mal aufgebaut wurde und an einer wichtigen Handelsstraße der Römer, als eine „Relaisstation“ diente, wurden im Laufe der Zeit immer mehr Leute sesshaft. Ein Ort entstand, in dem Handwerk und Handel für ein gutes Auskommen sorgten. Die Soldaten sorgten für Sicherheit und „befriedeten“ ein ums andere Mal die aufständischen Stämme der Einheimischen.

Im Jahre 84 wurde das Kastell von den Soldaten verlassen und geschleift. Nun war nur noch der rein zivile Ort an diesem Platze. Um 190 allerdings verwüsteten germanische Scharen den Ort.

Der RömerbrunnenNach der Vertreibung dieser Barbaren wurde an dem immer noch wichtigen Umschlagplatz eine Benefiziarierstation aufgebaut. Um 257 fielen die „Franci“ über die Station her und verwüsteten alles.

Zwischen 364 und 375 (Kaiser Valentinianus) bauten die Römer im Zuge eines gigantischen Befestigungsplanes, zum Schutze ihrer Grenzen, einen burgus auf dem Platz, der immer noch strategische Bedeutung hatte. Es war eine Festung aus Ziegeln, mit starken Mauern und einem Turm, die wichtige Vorräte für durchziehende Truppen und kaiserliche Beamte barg.

Wahrscheinlich verließen die letzten Grenzbewohner in der ersten Hälfte des 5.Jhd. Asciburgium. Die Burg wurde im späten Mittelalter wohl „Opfer“ von Steinräubern.
Die Flur zwischen Asberg und Oestrum erhielt im 15.Jhd. den lateinischen Namen burgensis, der bis heute in der Flurbescheinigung „Burgfeld“ weiterlebt. (alle Daten aus: Tillmann Bechert – Zweitausend Jahre Asciburgium, ISBN 3-88265-179-2)

Das Durchschreiten der Mauer ist ein geistiger Akt und künstlerisches Mittel. Die szenische Abfolge Pferd, Ruine, Soldat, oder Soldat, Ruine, Pferd erzeugen einen eigenartigen Rhythmus zwischen Architektur und organisch-figürlichem, der außerdem ein weiteres historisches (mythologisches) Element ablesen lässt. Pferd und Soldat können als Kentauros gesehen werden. Damit schlage ich einen Bogen über die Zeiten, von den Etruskern zu den Griechen über die Römer zu uns, von der bildenden Kunst über die Dichtung (Mythologie – Religion - Staatsform) zur bildenden Kunst. So habe ich auf engstem Raum mit wenigen formalen Mitteln den Transfer der Geistesgeschichte von der Antike bis ins Heute geschafft.

Das auf dem Stein sitzende Mädchen (mögliche Assoziation: Polla Matidia, die durch ihre weibliche Anmut und Sangeskunst nicht unbedeutend war für die Besiedlung des Ortes) schließt, bzw. beginnt über die Steinformation den „Reigen“. Sie symbolisiert mit ihrem Spiegel (als Symbol für Vergänglichkeit - Zeit) den ewigen Kreislauf des Lebens. Über den Spiegel fließt fortwährend Wasser. Die beiden Brunnenbecken werden aus einer „Quelle“ in dem Durchlass unter der Ruine gespeist. Die Form des Brunnens ergibt sich aus der Form des ehemaligen Kastellturmes.

Die figürlichen Elemente werden aus Bronze, der Brunnen aus dunklem Labrador mit Perlmuteinschlüssen und die Ruine aus gebrannten Ziegeln, die originale römische Maße und Färbung haben. Das Relief, das als Tür zur Pumpenkammer dient ist aus Bronze. Das Relief ist ein durchaus eigenständiges Kunstwerk, das als limitierte Auflage assoziativ zur Asberger Geschichte und zum Brunnen gegossen, an interessierte Bürger und an Sponsoren verkauft werden könnte.


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