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Um das Kastell Asciburgium, das 5 mal aufgebaut wurde und an einer
wichtigen Handelsstraße der Römer, als eine „Relaisstation“ diente,
wurden im Laufe der Zeit immer mehr Leute sesshaft. Ein Ort entstand,
in dem Handwerk und Handel für ein gutes Auskommen sorgten. Die
Soldaten sorgten für Sicherheit und „befriedeten“ ein ums andere Mal
die aufständischen Stämme der Einheimischen.
Im Jahre 84
wurde das Kastell von den Soldaten verlassen und geschleift. Nun war
nur noch der rein zivile Ort an diesem Platze. Um 190 allerdings
verwüsteten germanische Scharen den Ort.
Nach
der Vertreibung dieser Barbaren wurde an dem immer noch wichtigen
Umschlagplatz eine Benefiziarierstation aufgebaut. Um 257 fielen die
„Franci“ über die Station her und verwüsteten alles.
Zwischen
364 und 375 (Kaiser Valentinianus) bauten die Römer im Zuge eines
gigantischen Befestigungsplanes, zum Schutze ihrer Grenzen, einen
burgus auf dem Platz, der immer noch strategische Bedeutung hatte. Es
war eine Festung aus Ziegeln, mit starken Mauern und einem Turm, die
wichtige Vorräte für durchziehende Truppen und kaiserliche Beamte barg.
Wahrscheinlich verließen die letzten Grenzbewohner in der ersten Hälfte
des 5.Jhd. Asciburgium. Die Burg wurde im späten Mittelalter wohl
„Opfer“ von Steinräubern.
Die Flur zwischen Asberg und Oestrum erhielt im 15.Jhd. den
lateinischen Namen burgensis, der bis heute in der Flurbescheinigung
„Burgfeld“ weiterlebt. (alle Daten aus: Tillmann Bechert – Zweitausend
Jahre Asciburgium, ISBN 3-88265-179-2)
Das Durchschreiten der Mauer ist ein geistiger Akt und künstlerisches
Mittel. Die szenische Abfolge Pferd, Ruine, Soldat, oder Soldat, Ruine,
Pferd erzeugen einen eigenartigen Rhythmus zwischen Architektur und
organisch-figürlichem, der außerdem ein weiteres historisches
(mythologisches) Element ablesen lässt. Pferd und Soldat können als
Kentauros gesehen werden. Damit schlage ich einen Bogen über die
Zeiten, von den Etruskern zu den Griechen über die Römer zu uns, von
der bildenden Kunst über die Dichtung (Mythologie – Religion -
Staatsform) zur bildenden Kunst. So habe ich auf engstem Raum mit
wenigen formalen Mitteln den Transfer der Geistesgeschichte von der
Antike bis ins Heute geschafft.
Das auf dem Stein sitzende Mädchen (mögliche Assoziation: Polla
Matidia, die durch ihre weibliche Anmut und Sangeskunst nicht
unbedeutend war für die Besiedlung des Ortes) schließt, bzw. beginnt
über die Steinformation den „Reigen“. Sie symbolisiert mit ihrem
Spiegel (als Symbol für Vergänglichkeit - Zeit) den ewigen Kreislauf
des Lebens. Über den Spiegel fließt fortwährend Wasser. Die beiden
Brunnenbecken werden aus einer „Quelle“ in dem Durchlass unter der
Ruine gespeist. Die Form des Brunnens ergibt sich aus der Form des
ehemaligen Kastellturmes.
Die figürlichen Elemente werden aus Bronze, der Brunnen aus dunklem
Labrador mit Perlmuteinschlüssen und die Ruine aus gebrannten Ziegeln,
die originale römische Maße und Färbung haben. Das Relief, das als Tür
zur Pumpenkammer dient ist aus Bronze. Das Relief ist ein durchaus
eigenständiges Kunstwerk, das als limitierte Auflage assoziativ zur
Asberger Geschichte und zum Brunnen gegossen, an interessierte Bürger
und an Sponsoren verkauft werden könnte.
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