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Bau des Römerbrunnens
24.07.2006





Asberg noch liebens- und erlebenswerter

Gerne hat die Kulturstiftung Sparkasse Moers den Bildhauer und Diplom-Designer Gautam beauftragt, den Römerbrunnen für Asberg zu gestalten. Gerne macht sie auch diese Dokumentation möglich, die lehrreich verdeutlicht, wie ein solch markantes Kunstwerk entsteht und mit welcher Leidenschaft und Zähigkeit ein Künstler wie Gautam eine Idee und deren Umsetzung verfolgt.

Dank gilt an dieser Stelle dem dreiköpfigen 'Brunnengremium' der Asberger Bürgergemeinschaft mit Wilhelm Liesen, Heinz Bruckhaus und Norbert Krüger, das seit Jahren für das Projekt geworben und sich damit auseinandergesetzt hat.

Plastisch, sinnlich, ja geradezu magisch nimmt das Kunstwerk 'Brunnen' an der Ecke Römer/Konstantinstraße Bezug auf das Kastell Asciburgium und macht römische Vergangenheit wieder lebendig. Die Kulturstiftung der Sparkasse Moers, die über den bekannten Geschäftsverkehr hinaus Kunstschaffen fördert mit dem Ziel, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, freut sich über einen bemerkenswerten, unüber­sehbaren Akzent im Ortsteil Asberg. Der Römerbrunnen macht Asberg in einer Zeit nüchterner Sachlichkeit noch liebens- und erlebenswerter.

Der Römerbrunnen ist eine Leihgabe der Kulturstiftung an die Asberger Bürger, die, so hoffen wir sehr, ihre Freude daran haben werden. Möge er dazu beitragen, dass der Ortsteil ein weiteres Profil und Attraktivität gewinnt.

Kulturstiftung Sparkasse Moers Der Stiftungsvorstand



Grußwort

Wilhelm Liesen, der schon immer stark mit den Asberger Traditionen verwurzelt war, ist der Vater des Gedankens.

„Wenn wir alle Asberger Vereine an einen Tisch bekommen könnten, dann wären wir stark genug, das 2000-jährige Jubiläum von 'Asciburgium' zu feiern", waren seine an mich gerichteten Worte. Wir haben dann mit den Asberger Vereinen diesen Gedanken in die Wirklichkeit umgesetzt.

1990 feierte „Asciburgium" sein 2000-jähriges Bestehen. Mit Begeisterung denke ich daran zurück, wie berauscht die Asberger Bevölkerung damals mitgemacht hat. Jeder beteiligte Verein - und vor allen Dingen deren Vorstände haben seinerzeit Außergewöhnliches geleistet.

1990 wurde aus der Bevölkerung der Wunsch an uns herangetragen, ähnliches jährlich zu wiederholen. Nun kann man natürlich nicht jedes Jahr ein Römerfest gleichen Ausmaßes veranstalten. Somit wurde daraus unser heuti­ges jährliches „Asberger Bürgerfest".

Aus den damaligen Veranstaltern wurde 1998 ein eingetragener Verein - die „Asberger Bürgergemein­schaft e.V.". Diese Asberger Bürgergemeinschaft wählte vor Jahren ein Brunnengremium, bestehend aus Wilhelm Liesen, Heinz Bruckhaus und Norbert Krüger. Dieses Gremium wurde beauftragt, die Idee eines Römerbrunnens für Asberg zu verwirklichen. Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Stadt Moers und der Sparkasse Moers bedankt sich die Asberger Bürgergemeinschaft e.V. in erster Linie bei der Kulturstiftung Sparkasse Moers als Stifter des Asberger Römerbrunnens und insbesondere bei Herrn Ackermann als einsichtigem Gesprächspartner. Gleichzeitig begrüßen wir auch das flexible Verhalten der Stadtverwaltung, insbesondere das unseres Stadtdirektors Gerd Tendick.

Bei der Auswahl der Künstler favorisierten wir im Einklang mit der Kulturstiftung Sparkasse Moers den ortsansässigen Bildhauer Gautam. Die Zusammenarbeit zwischen Gautam und dem Brunnengremium war vorbildlich . Somit war es auch möglich, die Vorstellung des Brunnengremiums bei der Brunnengestaltung mit einfließen zu lassen.

Ich bin sicher, dass jeder Bürger das Kunstwerk begeistert begrüßen wird, und sich somit auch als dessen Beschützer fühlen wird.

Asberger Bürgergemeinschaft e.V.
1. Vorsitzender
Heinz Bruckhaus



(Text des Bildhauers zur Vorlage während der Erläuterung zum Brunnenentwurf)

Die Gedanken zu dem Entwurf wurden geprägt von den Intentionen des Brunnengremiums.

Die künstlerische Form ist von der örtlichen Gegebenheit in Asberg, der künstlerischen Formensprache der Gegenwart (siehe Brunnenbecken: Verzicht auf klassische Formgebung, die a) an diesem Ort völlig deplaziert wäre, b) der heutigen Formgebung nicht mehr ent­spricht) und dem Gedanken geleitet, eine möglichst aussagekräftige und doch dem künstleri­schen Ausdruck gerechte Lösung zu finden.

So sind historisch belegte Tatsachen (Materialfunde, Daten über bestimmte Soldaten und Polla Matidia sowie Grundrissfunde) in einem gestalteten Materialkontext verarbeitet. Naturstein, Bronze und Beton sind nicht nur Formgeber, sie sind auch jeweils von Kunst- und Baugeschichtlicher Relevanz. Die Spiralform in der Gesamtgestaltung ist sowohl klassische, als auch immer noch gültige Formensprache, die den inhaltlichen Transfer zur ständigen Bewegung aller Faktoren in Raum und Zeit leistet.

Ich habe bewusst auf Symmetrie verzichtet. Die nach oben gerichtete Spiralform hinterlässt beim Betrachter ein klares Bild von der Verteilung der Massen (Formen). Das Brunnenbecken erlaubt die Annäherung durch Benetzen der Füße, Planschen und wird, so glaube ich, und es wurde auch so festgestellt, bei ähnlich niedrigen Brunnenbeckenkanten nicht so heftig als Müllablage benutzt. Es ist lebendig gestaltet durch Höhen und Tiefen, durch ausladende und nach innen gezogene Wandungen. Es gibt ein Innen und Außen. Das Brunnenbecken selbst „greift" durch ein kleines Becken über den Brunnen in den öffentlichen Platz. Soldat und Pferd verlassen ein „Innen", während das Mädchen als Allegorie für den Kreislauf des Lebens steht.

Die Ruine verweist auf den historischen Bauakt ebenso wie auf den Übergriff in unsere Zeit, und das Material führt bewusst zur Irritation und ist ein statisch ausgeklügeltes Monument, das sich eben so nur mit einem Kern aus Stahlbeton bauen lässt.

Gautam
































































Römerbrunnen beteiligte Firmen

Steinart: Larvikitt
Herkunft des Rohlings: Larvik, Norwegen
Größe und Gewicht: 230x230x110cm, 21t

Transport
Spedition Bartl, Duisburg
Tiefbau Maas, Moers

Arbeit am Rohling

Larvik Granit AS, Larvik, Norwegen
in der Fa. Nordicstone AS, Stavern, Norwegen
in der Fa. Lachmann, Moers

Aufbau und Guß der Bronzen
Im Atelier des Künstlers, Moers
Bronzegießerei G. Lotito, Köln

Beton- und Mauerbau
Fa. Nowack, Moers

Kranarbeiten

Fa. Telekraft, Duisburg

Römischer Ziegel
Herstellung Ziegelei Meyer, Rasselt

Brunnentechnik
Fa. Holzum, Neukirchen- Vluyn

Brunnentüreinbau
Schlosserei Arnold Ueltgesforth, Moers

Dokumentation des Brunnenbaus

Internetlayout

inactio GmbH, Moers

Druck
Buch- und Offsetdruckerei Inhester, Moers

Fotos
sofern nicht anders angegeben
Gautam (teilweise Selbstauslöser)

Gefördert von der Kulturstiftung Sparkasse Moers


Die Kulturstiftung Sparkasse Moers ist als Initiator und Förderer für die Künste in Moers ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen Kultur. Gerade in Zeiten, in denen Politiker in den Zwang geraten, immer weniger Geld für Kunst (sowohl bildende Kunst, als auch Theater und Musik) im öffentlichen Raum ausgeben zu dürfen, ist nicht nur der Künstler, sondern auch die Kultur einer Stadt gefährdet.

Die Kraft, die der einzelne Bürger sich aus den kulturellen Ereignissen in einer Stadt holt, ist nicht zu unterschätzen. Über die „Schönheit", die Aussagekraft eines Werkes, holt sich der Bürger Entspannung, Anregung, Streitkultur und soziales Engagement als mögliche Indikatoren für sein Wohlbefinden. Nicht zuletzt entsteht vielleicht dadurch ein konstruktives gesellschaftspolitisches Miteinander, das dann auch über die Grenzen einer Stadt hinausstrahlt. Die Region Niederrhein, die wie viele Städte in NRW durch ihren Strukturwandel von der Industrie /um Dienstleistungsraum wurde/wird, ist zunehmend auf Tourismus angewiesen. Das Interesse eines Touristen (Kulturtourismus) wird durch die gegebene und gestaltete Natur, aber auch durch sogenannte kulturelle (gemeint sind künstlerische Highlights) Ereignisse geweckt.

Mein Dank gilt der Kulturstiftung Sparkasse Moers, die Vermögen durch kluges Vermehren der angelegten Gelder Bürgern auf dem beschriebenen Weg wieder „zurückgibt". Ohne sie wären die jüngst ausgerichteten Wettbewerbe zum Mahnmal in Meerbeck und zum Römerbrunnen nicht möglich gewesen.

Gedankt sei auch der Asberger Bürgergemeinschaft e.V. die an die Idee glaubten und sie letztlich durchsetzten. Herr Liesen und Herr Bruckhaus setzten sich darüber hinaus bei Atelierbesuchen und in Gesprächen mit mir über die Gestaltung des Brunnens auseinander. Sie vermittelten mir viele wichtige historische Details.

Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn und Frau Brandsaetter (Stavern/Norwegen) und bei Herrn Torger Lingelem von der Firma Larvik Granite AS in Larvik. Durch sie erfuhr ich erhebliche menschliche Fürsorge während meiner Arbeit am Stein in Norwegen und preisliche Zugeständnisse.

Nun gilt es noch, die selbstlose Hilfe von Herrn Lachmann herauszustellen. Er stellte mir nicht nur den Platz zur Bearbeitung dieses riesigen Steins zur Verfügung, er ertrug geduldig, dass ich ihm alles Gerät in dieser Halle so nach und nach mit einer dicken Steinstaubschicht zudeckte. Danke!

Besonderen Dank an Dirk Hermannsfeld (meinem Kunstmanager), der dafür sorgte, dass ich am Wettbewerb teil­nehmen konnte, meinem lieben Freund Bob (Hubertus Schapers, Bildhauer, Larvik, Norwegen) für seine selbstlose Hilfe bei der Fertigstellung des Brunnensteins und Ruzdi Bunjaku für seine immer wieder spontane Hilfsbereitschaft.

Herrn Ackermann (Vorstand der Kulturstiftung Sparkasse Moers) danke ich für viele Gespräche, seine gutgemachten Fotos und seine unkapriziöse Art, mit mir umzugehen

Gautam





Gautam
Seitenstr. 10
D-47443 Moers
Tel. / Fax: 02841-55573
Mobil: 0172-8927956
1976-1983 Studium - Plastik, Aquarell und Video in Bremen
1983 Examen - Dipl. Designer Bildhauer
1981-1985 Vier Bildhauersymposien
1984-1986 Kunstgeschichtsstudium, Maximilian-Universität München
1981-1983 Stipendiat der Fr. Ebert-Stiftung
1982 Stipendiat der Aldegrever-Gesellschaft (Radieren)
1983 1. Platz Schulhofgestaltung, Bremen/Hemelingen
1984 2. Platz Tabakwarenhändler Bremen
  seit 1983 Ausstellungen und Wettbewerbe im In- und Ausland; Arbeiten
(Plastiken, Skulpturen, Zeichnungen und Radierungen) im öffentlichen- und Privatbesitz. Auswahl: Korsika, Grein (O.-Österreich), Madrid (Spanien), Umbrien (Italien), Paris, Bayern (München, Pocking, Landsberg/Lech, Augsburg, Ottobrunn usw.), Bremen, Osnabrück, Moers, usw.

1991 Gründungsdozent der Kunstschule in Moers
1993 Fünf große Wandbilder für die Kinderklinik Bethanien/Moers 1993 Konzept für ein Symposion „Niederrhein" - vorgelegt dem Kulturraum NR, Eurotec, dem Rat der Stadt Moers

1996 Konzept an die Stadt Moers für einen Stadtbildhauer
1997 Ausstellungen in Pocking (Bayern). Stavern (Norwegen)
  Wettbewerbe:
1. Platz: „Römerbrunnen Asberg" Moers
1. Platz: „Mahnmal Meerbeck'" Moers

1998 Ausstellung in der Stadtbibliothek DU Rheinhausen
(Galerie Lehmbruck Museum)
Realisierung Mahnmal bis Januar 98
Realisierung Römerbrunnen bis August
98 Arbeit an „Minerva" (lebensgroß, Bronze)
Arbeit an „römischer Faun" (überlebensgroß. Jura-Marmor)
Referent für Öffentlichkeitsarbeit für den BBK Niederrhein seit 1996
Aktion „Bürgerplastik Metamorphose" in Moers

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